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Steuerrechtliche Betrachtung von Bitcoins

7. August 2013

Wird durch das Spekulieren oder das Mining mit Bitcoins ein finanzieller Gewinn erwirtschaftet, ist dieser natürlich zu versteuern. Selbst wenn der Staat noch skeptisch gegenüber solchen Währungen ist, so verzichtet er darum noch lange nicht auf potentielle Steuereinnahmen. Wobei noch keine gefestigte Praxis existiert, wie E-Geld und Bitcoins im speziellen behandelt werden. Bei meiner Internetsuche fand ich sodann auch keine Merkblätter zur Steuerpraxis.  Meine Anfrage bei der eidgenössischen Steuerverwaltung und einem kantonalen Steueramt hat ergeben, dass wirklich noch keine Merkblätter bzw. eine Praxis zum Umgang mit Bitcoins existieren. Jedoch erhielt ich von beiden Ämtern eine Einschätzung wie der Handel und das Mining wohl besteuert würden, diese Aussagen bestätigten meine eigene Einschätzung.

Gemäss meiner Beurteilung gilt es bei E-Geld erst zu klären, ob es sich um ein geschlossenes oder ein offenes System handelt. Bei geschlossenen Systemen verbleibt die Währung im System und kann nur für virtuelle Leistungen innerhalb des Systems ausgegeben werden. Mit der Währung können keine realen Güter oder Dienstleistungen erworben werden und ein Umtausch in eine andere Währung ist nicht möglich. Als Beispiel können hier online Spiele genannt werden. Bei einem offenen System dagegen ist es möglich, die Währung nicht nur innerhalb des Systems zu verwenden, die Währung kann für den Kauf jeglicher Güter und Dienstleistungen eingesetzt werden und jederzeit in eine andere Währung umgetauscht werden. Bitcoins fallen unter ein offenes Systems. Geschlossene Systeme sind wohl nicht steuerrelevant, da die virtuelle Währung im System verbleibt. Bei offenen Systemen können jedoch steuerrelevante Gewinne bzw. Einkommen entstehen.

(Obwohl auf die USA bezogen, bietet der GAO Report eine gute Übersicht dazu)

Auf die Schweiz und Bitcoins im Speziellen stellen sich im Wesentlichen zwei steuerrechtliche Fragen. Erstens wie wird das Halten und Handeln von Bitcoins besteuert und zweitens wie wird das Mining behandelt.

Mittlerweile gibt es verschiedene grössere Handelsplattformen auf welchen der Handel mit Bitcoins möglich ist. Diese Plattformen veröffentlichen fortlaufend neue Wechselkurse. Gemäss den Aussagen der Steuerämter kann daher durchaus auf diese Kurse abgestellt werden. Allenfalls würde für die Bewertung ein Durchschnittswert von verschiedenen Plattformen ermittelt. Eine Kurssteigerung der gehaltenen Bitcoins ist im Grundsatz steuerfrei (natürlich wird auch ein Verlust nicht berücksichtigt). Wird jedoch durch den Kauf/Verkauf mit Bitcoins spekuliert, können steuerbare Gewinne entstehen. Werden die Gewinne durch eine juristische Person erzielt, unterliegen diese der Gewinnsteuer nach Artikel 58 DBG. Werden solche Gewinne durch eine natürliche Person erzielt, ist abzuklären, ob sie eine selbständige Erwerbstätigkeit ausübt oder nicht. Eine natürliche Person kann als „gewerbsmässiger Wertschriftenhändler“ qualifiziert werden, wenn sie den Handel mit den Bitcoins plan- und regelmässig betreibt (Näheres dazu im Kreisschreiben Nr. 36 vom 27. Juli 2012). Wird dies bejaht, unterliegt auch die natürliche Person der Gewinnsteuer.

Für das Minig gilt im Prinzip das Selbe. Als juristische Person ist der daraus erwirtschaftete Gewinn steuerbar. Für Privatpersonen ist wiederum eine Einzelfallbeurteilung vorzunehmen. Im Gegensatz zum Handel mit Bitcoins ist das Mining sehr viel aufwendiger und nur wirtschaftlich umsetzbar, falls das Minig plan- und regelmässig betrieben wird. Kann daraus überhaupt ein Gewinn erwirtschaftet werden, ist der Gewinn meines Erachtens als Einkünfte nach Art. 16 Abs. DBG steuerbar.

From → Fintech

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